Mit Musik geht es leichter

29.08.2016


Mit schwedischer Musik geht es in die neue Woche.
Und ich mache mich auf von den Jurahügeln hinunter in die Rheinebene.
Habt einen guten Tag!


Zweimal berührt

28.08.2016



Heute Sonntag ein letzter (wirklich allerletzter!) Beitrag von Engelberg.
Mit einem Bild eines Büchelspielers, dem wir gebannt und aus etwas Entfernung zugehört haben.
Und einem Gedicht des Benediktinerpaters Eugen Bollin, das mir im Moment unglaublich gut tut.




'Nach dem Stoss
das Zarte der Berührung.
Nur Berührte leben.'


Eugen Bollin, 1939
 aus 'REIFUNG' - Texte und Zeichnungen, 2002

Was bleibt...

27.08.2016



'Nun geh du deinen Weg
und bleib in meinem Auge.'




Alte Grabsteine auf dem Friedhof von Engelberg



Die Worte sind von Eugen Bollin, 1939, Benediktinerpater im Kloster Einsiedeln
aus 'Reifung' - Texte und Zeichnungen 2002


Doppelgänger!

26.08.2016


Letzte Woche auf der Gerschnialp oberhalb von Engelberg.
Wir kamen am späten Nachmittag von einer Wanderung zurück.
Im Zauberwald, der mich etwas an die Wälder in Schweden erinnerte, sahen wir plötzlich Pilze.
Dann der begeisterte Ausruf von Pilzkenner Hausmann Hanna:

"Steinpilze!"



Ich weiss, ich weiss, Pilze sollten n i e in Plastik eingepackt werden. Aber da es nur noch knappe fünf Minuten bis zum Hotel dauerte, war der Plastikbeutel zum Aufbewahren völlig in Ordnung.
Der Besitzer des Hotels, der zugleich auch der Koch war, kam in die Gaststube, und wir übergaben ihm den kostbaren Fund für das Nachtessen.
Dann die grosse Ernüchterung: "Steinpilze?" lachte er, "versuchen Sie mal!"
Hausmann Hanna zupfte sich ein Stückchen aus einem der Pilze heraus und schob es in den Mund.
Verzog das Gesicht. Und alles war klar.
Es waren Gallenröhrlinge. Die bitteren Doppelgänger des Steinpilzes.
Der Koch verschwand kurz in der Küche und kam zurück mit einem kleinen Korb voller selbstgepflückter Pilze.

PS. Zum Abendessen gab es dann Rahmschnitzel mit Eierschwämmchen. Und Steinpilzen;)
PPS. Das Essen hat sehr fein geschmeckt!


Vorfreude verbindet

25.08.2016



"Das Schöne am Herbst: Ich kann wieder Wollpullover tragen und drinnen gemütliche Stunden mit Lesen verbringen!"

Ausspruch einer Schwedischteilnehmerin (26 J.) in dieser Woche.


Stubenstillleben im Dorfmuseum Engelberg


PS. Ich habe ihr, meiner jungen Seelenverwandten, aus vollem Herzen zugestimmt...

Ungerades gerade stehen lassen...

23.08.2016


Der Titlis oberhalb von Engelberg zieht mit seinem erschlossenen Gletscher unzählige Touristen aus Indien, China und den Ölstaaten magisch an...



Wir liessen den Berg ohne Bedauern links liegen und machten an der Mittelstation einen Schwenker nach rechts...


Der Trübsee lag still und klar vor uns. Wir waren (fast) allein unterwegs...



Nur hin und wieder blickte uns ein ruhig daliegendes Rindvieh an.
Rainer Brambachs Gedicht kam mir in den Sinn.
Und wir liessen "eins, drei oder fünf als gerade Zahl stehen"...

PS.  Zum besseren Verständnis (und weil es mir so sehr gefällt) hier das ganze Gedicht:

Manchmal nicht mehr dabeisein wollen
sich seitwärts in die Büsche schlagen
an so manchem Rindvieh vorbei - 
Dann zeitlos im Holunderschatten liegen
und eins drei oder fünf
als gerade Zahl stehen lassen.


Rainer Brambach, 1917-1983


Josephs Höllenfahrt!

22.08.2016


Heute vor einer Woche. Ein gewöhnlicher Montag.
Trotzdem wimmelte es in den Bahnen, Gaststätten und auf den Wanderwegen von jungen und älteren Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern.
Eine Frau aus der Gegend, die mit ihrer Familie unterwegs war, klärte uns auf:
Heute sei 'Mariä Himmelfahrt', ein katholischer Feiertag, an dem alle frei hätten.
Nun war es klar!
Wir machten eine einfache Wanderung. Der Weg war gekennzeichnet als Wanderweg.
Bei einer Abzweigung hielten wir an, um uns zu orientieren.
Wie aus heiterem Himmel (so erschien es zumindest) raste plötzlich ein Mountainbiker den steilen, den Wanderern vorbehaltenen Hang hinunter.
"Gopfer!" entfuhr es mir sehr laut.
Der Biker, ein Mann anfangs 50, bremste und hielt an.
"Haben Sie ein Problem?" fragte er provokativ.
"Ja!" sagte ich, "das hier ist ein Wanderweg, und Sie haben mich soeben sehr erschreckt mit Ihrer rasanten Talfahrt!"
Das war wohl zuviel.
Der Mann verlor die Contenance und erklärte mir seine Bikerwelt.
Ein Seitenhieb auf  'diese Basler', die immer alles besser wüssten und sich aufspielten, war auch noch inbegriffen.
Ich liess ihn reden.
Als er auf seinem Bike davonjagte, dachte ich: "Weshalb wusste der bloss, dass ich aus Basel komme?"


Alte Grabstätte auf dem Engelberger Friedhof


PS. Es brauchte etwas Zeit und leichtes Grübeln, dann jedoch löste sich das Rätsel!
PPS.Überall in der Deutschschweiz sagt man entweder "ja!" oder "jo!"
PPPS. Ich jedoch hatte mit "jä!" geantwortet.
PPPPS. Und "jä!" sagt man nur in einer Gegend. Und das ist in Basel... ;)