Hundeangst

31.08.2010


Als Kindergartenkind wurde ich von einem schwarzfelligen 'Zorro' angefallen.
Zum Glück war die Besitzerin schnell zur Stelle und konnte zuerst den Hund und später auch mich beruhigen.
Seither habe ich panische Angst vor Hunden.
Führt der Wanderweg präzis an einem Bauernhof vorbei und sehe ich den Hofhund umherstreunen, übernimmt mein vegetatives Nervensystem.
Ich beginne gleichzeitig zu schlottern und zu schwitzen.
Manchmal hilft es mir, wenn eine freundschaftliche Hand meine ergreift und mich hinübergeleitet in die gefahrenlose Zone.
Manchmal hilft alles nichts. Auch kein gutes Zureden. Ich kehre um, weil ich die Konfrontation mit dem kläffenden Tier nicht schaffe.

Eine Freundin hat zwei Hunde.
Diese liebevollen, gutmütigen und erzogenen Tiere veränderten meine Sicht und Einstellung.
Zuerst brauchte es allerdings noch einen nach mir riechenden Schal, den die Hunde immer wieder beschnuppern konnten.
Bis ihnen mein Geruch vertraut war und ich für sie zur 'Familie' gehörte.
Wenn ich nun zu Besuch bin, dürfen sie sich ganz nah zu mir legen und sich an meine Füsse anschmiegen.
Das ist ein schönes Gefühl...


PS. Das Hundethema lässt mich nicht los. Letzte Woche bekam ich von einer Blogleserin eine E-Mail mit diesem Link: http://www.tubavonderholderheide.ch/
Ich lernte nicht nur eine mir völlig unbekannte Hunderasse kennen, sondern liess mich auch verzaubern von Tuba, dem schreibenden und bloggenden Hund.





Morgenlicht

30.08.2010


 

Gestern Morgen auf dem Lande.
Ich erwachte früh.
Es herrschte eine seltene Ruhe.
Die Morgensonne hatte nichts Grelles.
Herbst lag in diesem Licht.
Und ich fühlte mich wohl.






Reime und Verse

27.08.2010


Kinder haben ihre eigenen sprachlichen Vorlieben.
Rhythmische Verse etwa üben auf Kinder eine grosse Faszination aus.
Es beginnt meistens ganz harmlos und leise: "Laufet ä bitz, Biireschnitz!"
Dann wird an Lautstärke und Tempo zugelegt, bis sich die Stimmen zu überschlagen beginnen und aus den Kindermündern ein befreites Gelächter und Gekicher hervorbricht.
Und da Kinder unglaublich viel sprachliche Ausdauer haben, beginnt alles von vorn...

Gestern las ich in einer Zeitschrift ein Interview mit der Kinderbuchautorin und Spielpädagogin Susanne Stöcklin-Meier.
Das löste eine Erinnerung aus an einen meiner Lieblingsreime der Kindheit.
Er tönte ein bisschen derb, für damalige Verhältnisse fast schon unanständig. 
Und genau das machte den Spass aus, wenn wir ihn im Chor Gleichgesinnter aufsagten und dabei einzelne Wörter extra hervorhoben und betonten:

"D'Müllere het, sie het.
D'Müllere het, sie het.
D'Müllere het in d'Hose gschisse
und drbi dr Rock verrisse.
D'Müllere het, sie het."

Da die Frau Müller in unserem Quartier jedoch eine nette war, ersetzten wir sie jeweils mit der Nachbarin, mit der wir gerade im Clinch waren oder die uns aufregte.
Wir fanden uns unglaublich mutig.
Und das tat uns gut...


PS. Susanne Stöcklins Version kannte ich zwar nicht, finde sie jedoch unserer ebenbürtig:

"D'Müllere het, sie het. 
D'Müllere het, sie het.
D'Müllere het in d'Hose gschisse
und em Maa ins Füdle bisse.
D'Müllere het, sie het."

Alte Liebe rostet nie

25.08.2010


Versteht man Witze in einer Fremdsprache und kann Sprichwörter richtig anwenden, spricht man die Sprache gut und ist in ihr zuhause.
Leider ist das bei mir in keiner Sprache der Fall.
Nur in meiner Muttersprache bin ich beheimatet.
Trotzdem erlebe ich im Schwedischkurs kleine, sprachliche Aufsteller, wenn mir ein Sprichwort plötzlich ganz leicht und einleuchtend erscheint.
Zum Beispiel dieses hier:  "Gammal kärlek rostar aldrig!"



PS. Ja! Alte Liebe rostet nie :) 

PPS. Aber ein neues, glänzendes Edelmetallringlein ans Ohr wäre trotz alter Liebe auch wieder einmal schön...  findet Hausfrau Hanna

Fernweh nach Stockholm

24.08.2010


In meiner Mailbox ist eine E-Mail und das Bild dieses knuffigen 'björn' mit dem schwedischen Wappen auf dem schweizerroten Pullöverchen:



Die Mail ist von Katino, meinem Freund aus alten Tagen.
Ich habe ihn mit meiner Stockholmbegeisterung so stark infiziert, dass er genau in diesem Moment hoch über den Wolken schwebt Richtung schwedische Haupstadt:
Sein Hotelzimmer ist in meinem Lieblingsquartier Södermalm.
Süsses isst er in der besten Konditorei in der Altstadt.
Er besucht das 'Moderna Museet'.
Streichelt 'Margaretha Krook' vor dem 'Dramaten'.

Und ich sitze da, schlucke mindestens dreimal leer und spüre die Sehnsucht.

PS. Die Sehnsucht nach Stockholm natürlich... ;-)

"Gutes, das von Oben kommt..."

21.08.2010

Hausmann Hanna liebt die Berge.
Nachdem es das letzte Wochenende geregnet hat und davor und danach ebenfalls, macht er sich also heute in der Früh auf, am Rücken der schwere Rucksack, an den Füssen die Wanderklötze. 
Ich persönlich bin der Meer- und sanfte Hügeltyp. 
Und so schlüpfe ich nach einem letzten Winken aus dem geöffneten Fenster wieder ins Bett.
Als ich eine gute Stunde später erwache und in den blauen, wolkenlosen Himmel schaue, entdecke ich fünf Heissluftballons, die über die Stadt schweben.
Sie machen Werbung für COOP und seine Berglinie 'Pro Montagna'.
Solche Bergliebe unterstütze ich gern. Ich kaufe regelmässig diese Produkte, die in der Bergregion produziert werden, zum Teil auch in Bioqualität.
Die Kräuterravioli mag ich am liebsten. Sie schmecken so würzig, dass es nicht einmal eine Sauce darüber braucht. Nur etwas Olivenöl und ein wenig Parmesan.
Ausprobieren!



Dialog

20.08.2010


Ich bin ein kommunikativer Mensch. 
So sagt man heute.
Damals als Kind hörte ich stets, ich sei schwatzhaft.
Später hiess es dann: "Hausfrau Hanna, you old chatterbox!"
Da war ich 17. 
In der letzten Schwedischstunde lernten wir dank meiner Banknachbarin und mir ein neues Wort: 'Skvallertant'.
Ich brauche es nicht zu übersetzen - man versteht es auch so...





PS. Der Bub und  die Hofkatze - Dialog kann auch wortlos sein...




Erika und Christina Pluhar

18.08.2010


Eigentlich hatte ich vor ungefähr eineinhalb Jahren im Internet nur nach Erika Pluhar gesucht.
Als ich 30 war, verbrachte ich zwei Wochen in Wien. Tanzenderweise.
Dort lernte ich sie und die österreichischen Liedermacher Heller, Danzer und Hirsch kennen (ehm, natürlich nicht persönlich, nur ihre Musik und Lieder...).
Pluhar begann damals neben ihrer Karriere als Schauspielerin mit dem Singen.
Ihre Lieder, die sie mit herber, tiefer Stimme sang, gefielen mir extrem gut.
Ausserdem fand ich sie eine schöne und gescheite Frau.

So stiess ich also, durch einen wundersamen Zufall beim Googeln, auf etwas Neues.
Dank Erika fand ich Christina Pluhar und ihr Ensemble 'L'Arpeggiata':
Heiter, leicht, frisch und technisch auf höchstem Niveau wurde da musiziert.
Ich war hingerissen und begeistert von dem, was ich im youtube-Video hörte und ja, auch sah.
Als nächstes machte ich mich dann auf die Socken und auf die Suche nach CD's: 
'All'Improvviso' und 'Los Impossibles'.

Diesen Frühling nun hat Christina Pluhar mit ihrem Erfolgsensemble eine neue CD eingespielt, deren Thematik der Kreuzweg ist: 'Via Crucis'.
Und wieder lausche ich, atemlos fast, dem youtube-Video und kann nicht genug bekommen von den barocken Klangwelten, die Christina Pluhar und Philippe Jaroussky zum Leben erwecken.

PS. Die CD 'Via Crucis'gehe ich heute kaufen!


Sportneuigkeit

16.08.2010




"Federer klar för Stockholm Open" (Federer bereit für das Stockholm Open).

Diese unglaubliche Nachricht habe ich soeben in einem schwedischen Sportbericht gelesen.
Bis jetzt wusste ich nicht einmal, dass Stockholm ein Tennisturnier hat.
Und der momentan beste schwedische Tennisspieler, Robin Söderling, war mir auch erst ein Begriff, nachdem er Federer aus dem Grand Slamturnier in Paris hinausgespielt hatte.

Federer spielte erst einmal am Stockholm Open, und zwar im Jahr 2000.
Damals verlor er gegen Andreas Vinciguerra (?) in der zweiten Runde ('omgången').
Ich hoffe, dies ist in diesem Jahr nicht der Fall, und Federer spielt sich in den Final.
Und trifft dort auf Söderling.
Nur dass vielleicht dieses Mal Söderling wie ein 'blingbling' spielt.
Ein schwedisches blingbling allerdings...

Kreuzweg...

15.08.2010


Es war wie ein Kreuzweg.
Ich war schwer von Begriff. Ich habe es unzählige Male versucht.
Irrtum. Versuch. Neuer Irrtum. Neuer Versuch.
Jetzt ist es geschafft. Das Musikvideo ist aufgeschaltet.
Liebe Jutta Wilke, ich bedanke mich für Ihre Anleitung.

Und hier nun meine Lieblingsmusik zum Abend:

Schlechtwetterprogramm...

Es regnet.
Es ist kühl.
Ich schiebe also das Schlechtwetterprogramm ein: Internet, Lesen, Musikhören.
Natürlich teile ich mein Programm gern mit allen, denen eventuell eine Idee fehlt, wie der heutige Nasswettersonntag zu überstehen ist...

Zuerst eine kleine Musikauswahl, die beeinflusst ist vom gestrigen Beitrag.

Männer, die Gitarre spielen, haben auch heute noch einen Stein im Brett bei mir. Sie wirken einfach sinnlich... Reinhard Mey finde ich immer noch gut, sehr gut und sein 'Herbstgewitter über Dächern' lässt auch heute noch meine Augen weich werden. Es ist das zweite Lied nach 'Ich wollte wie Orpheus singen':
http://www.youtube.com/watch?v=5BYgG_ydM6Q

Jacques Brel mit seinem beim Singen schweissüberströmten Gesicht, seiner Zärtlichkeit in der Stimme und der 'mèche au bec' verehrte ich ungeheuer.
 'Amsterdam', 'Le Moribond', 'Ne me quitte pas' gehörten zu meinen Lieblingschansons.

Etwas Original 60er-Jahre Feeling muss sein. Hier kann man eintauchen in den 'Universal Soldier' von Buffy Saint-Marie: http://www.youtube.com/watch?v=VGWsGyNsw00&feature=related


PS. Und wenn mir jetzt noch jemand Schritt für Schritt erklären würde, wie ich ein youtube-Video richtig aufschalten kann, dass es hier auch wie ein Video aussieht, kenne ich mich nicht mehr vor Freude und bedanke mich jetzt schon:-) :-) :-)

Allen einen wunderbaren Sonntag,
Hausfrau Hanna

Jazzfest

14.08.2010


Jazz bedeutete mir nie viel.
Ich wuchs mit anderer Musik auf, wurde geprägt von der Schlager-, Pop- und Flowerpowermusik der 60er-Jahre.
In den 70ern wurde ich etwas kritischer und mein Musikgeschmack etwas feiner.
Ich hörte mir auf dem Plattenspieler Joan Baez, Bob Dylan und Donovans 'Universal Soldier' an.
Auch Reinhard Mey. Sein 'Herbstgewitter über Dächern' lässt heute noch meine Augen weich werden.
Wenn Brel, Barbara oder Moustaki hinter mir sangen, rauchte ich am offenen Fenster eine Muratti und blies den Rauch hinaus.

Gestern Abend fand in der Stadt das jährlich stattfindende Jazzfest statt.
Die ganze Innenstadt mit ihren Gassen, Höfen, Plätzen und Kirchen wurde bespielt und besungen.
Die optimalen Wetterbedingungen erlaubten mir nicht den Hauch einer Ausrede:
Ich musste mit. Abgemacht war abgemacht.
Wir fädelten ein in die Masse der städtischen und auswärtigen Besucher.
Als Erstes hatten wir Hunger und blieben in einer Tapasbeiz hängen. Wir sassen so eng aufeinander, dass es unmöglich war, nicht ins Gespräch zu kommen mit den andern Gästen am Tisch. Und da das Essen fein war und die Nachbarn nett, blieben wir kleben. Meine Nachbarin, eine Amerikanerin aus Washington D.C., war so begeistert und angetan von der Lebendigkeit und Musikalität der Stadt, dass wir anschliessend zusammen weiterzogen.
In einem Innenhöfli lauschten wir dem Gig einer Latinband, die sich von Stück zu Stück steigerte und in einen beinahe schon rauschhaften Zustand spielte. Als dann Dollar Brands 'African Marketplace' ertönte, war es um mich geschehen:
Ich wurde zum Jazzfan.
Zumindest für diesen Moment.

Zwei wichtige Wörter

10.08.2010


Heute Abend gehe ich zum ersten Mal 
nach meinem Urlaub wieder in den Schwedischkurs,
damit ich nicht völlig aus der Sprache falle und alles vergesse.
Dabei ist Schwedisch eigentlich ganz leicht.
In meiner Muttersprache sagt man 'bitte' und 'danke'.
Auf Englisch heisst es 'please' und 'thank you'.
Auf Italienisch 'per favore' und 'grazie'.
Auf  Französisch 's'il vous/te plaît' und 'merci'.
Und auf Schwedisch?
'Tack' und 'tack'.


Am meisten Süssigkeiten weltweit...

09.08.2010

... werden in Schweden gegessen: "Svenskarna äter mest godis i världen".
Genau gesagt sind es 17 Kilogramm, die jede schwedische Person im Jahr verdrückt.
So zumindest  stand es in den DN.
Bei dieser Statistik allerdings ist mein 'godis'-Konsum im Mai und Juni noch nicht enthalten.
Der war nämlich beträchtlich.

Da Hausmann Hanna stets sagt, ich sähe Schweden zu stark durch die schöngefärbte Brille, stelle ich jetzt etwas richtig: Beim Essen war und ist das nicht der Fall. Das schwedische Essen lag mir nicht besonders.
An Fischklöpsen würgte ich herum.
Den Blutpudding liebten zwar die Kinder - ich jedoch liess ihn ganz aus und ass nur die Bratkartoffeln.
Und warum das Brot immer von einer weichen, eindrückbaren Konsistenz war, blieb mir ein Rätsel.
So hielt ich mich - mit einer gewissen Gier schon - an Patisserie und Hefezeug.
Täglich.
Und Konditoreien und Cafés gehörten zu meinen Lieblingsdestinationen in Stockholm.

Selbst jetzt, ich kann mich nicht abgrenzen, spüre ich beim Betrachten der hier eingefügten Bilder eine solche Hingabe und Anziehung, dass mir dabei das Wasser im Munde zusammenläuft:




PS. Nur Süsses wäre doch etwas einseitig gewesen. Und so bot sich diese frische, knackige und nach Meer/mehr schmeckende Alternative an... ;-)

Was Jugendliche cool finden...

07.08.2010

Anfangs Woche kam die Grosse zu Besuch.
Sie hatte viel zu erzählen.
Von den traumhaften Ferien in der sommarstuga auf der schwedischen Insel.
Von neuen Büchern, die sie ausgelesen hatte in dieser Zeit des Ungebundenseins und der Freiheit.
Vom Buchprojekt, das sie mit einer Freundin realisieren will und in das beide bereits viel Fantasie und Begeisterung gesteckt haben.
Sie streckte uns stolz ihre neuen Schuhe hin, die sie in Stockholm gekauft hatte.
Und dann wollte sie uns unbedingt etwas zeigen, was Jugendliche cool finden.
Wir installierten den Laptop und streckten die Köpfe zum Bildschirm und schauten uns dies hier an.
"Das isch doch geil! Findsch nit?"

Ich tat mich schwer mit der Rolle der Spielverderberin.
Aber 'geil' und 'cool' fand  ich das Video nicht.
Und das sagte ich dann auch.

Bücherbeigen

04.08.2010


Ich lese viel.
Zum Teil leihe ich die Bücher in der städtischen Bibliothek aus.
Wenn mir danach ist und ich eines ganz ohne Flecken und Eselsohren anfassen und lesen will, 
kaufe ich es im Buchladen.
Und da mir häufig nach spurenfreien Büchern ist, kaufe ich viele, viele, viele Bücher...
Sie stehen wie Türme neben meinem Bett.
Immer wieder nehme ich mir vor, die Beigen abzutragen.
Aber ich komme nicht dazu.
Immer wieder wird mein Blick gefesselt von einem verlockend schönen Einband.
Immer wieder sehe ich das neuste Werk einer Autorin, und ich muss es unbedingt haben.
Damit nicht genug.
Immer wieder leiht mir eine Nachbarin eines aus, das ich sofort lesen müsse, weil es so gut sei.
Und da ich bei Büchern nie nein sagen kann, schiebe ich es dazwischen.

Natürlich gäbe es noch einige Bücher mehr, aber in Listen haben stets nur 10 Platz...
Hier also 10 Herzensbücher, alle von schwedischen Autoren und Autorinnen:

10. Astrid Lindgren "Rasmus und der Landstreicher" 
  9. Selma Lagerlöf "Nils Holgerssons Reise mit den Wildgänsen" 
  8. Henning Mankell "Die italienischen Schuhe"
  7. Liza Marklund "Olympisches Feuer"
  6. Marianne Fredriksson "Hannas Töchter"
  5. Marie Hermanson "Muschelstrand
  4. Kerstin Ekman "Hundeherz"
  3. Stieg Larsson "Millenniums-Trilogie"
  2. Aino Trosell "Eine grenzenlose Liebe"


Und mein Spitzenreiter:    Johan Theorin "Öland"


1.August-Sternschnuppen

02.08.2010


Gestern am Nationalfeiertag blieb ich zuhause.
Zwar verkroch ich mich nicht unters Bett wie eine lärmgeplagte Katze, sondern sass bloss am Laptop.
Dessen gleichmässiges Surren bildete einen Geräuschteppich, unter dem die Knallerei und Klöpferei von Draussen etwas abgedämpft wurde.

Um 19.30 Uhr kam die Tagesschau.
Bundesrat Leuenberger hielt irgendwo in der Schweiz eine Rede.
Er erzählte, wie er einst als Stadtkind dieses Lied sang:
"Im Frühtau zu Berge wir ziehn fallera...".

Heiter und gelöst machte er mit einem angepassten neuen Liedanfang auf die heutigen Verkehrsprobleme aufmerksam:
"Im Frühstau zur Arbeit, wir stehn fallera...".

Das Lied habe ich als Landkind auch gesungen, den Text jedoch längst vergessen.
Heute ist das Finden von Liedtexten kein Problem mehr. Google hilft.
Was jedoch sehe ich, als ich die Zeilen des Berglieds durchgehe?
Heja!
Das Lied ist ursprünglich eine schwedische Volksweise:


"Vi gå över daggstänkta berg fallera,
som lånat av smaragderna sin färg, fallera.
Och sorger ha vi inga, våra glada visor klinga.
När vi år över daggstänkta berg, fallera."

Vor lauter Freude zündete ich dann mein ganz privates Feuerwerk ab.
Im Balkonkistchen.
Winzigklein und lautlos.
Und ganz umweltneutral...