Küchenarbeit

28.02.2011


"Jag stökar och bökar i köket!" (ja stökar ok bökar i schöket)

Was auf Schwedisch so rhythmisch und melodisch wie ein Einzeilergedicht tönt, hört sich in Hausfrau Hannas deutscher Übersetzung etwas unbeholfen so an:  "Ich räume auf und wühle herum in der Küche!"



PS. Und da genau das heute Morgen meine Absicht ist, einfach in umgekehrter Reihenfolge, schliesse ich jetzt den Laptopdeckel und verabschiede mich.
PPS. Bis spätestens heute Abend...

Vor 25 Jahren - der Mord an Olof Palme

27.02.2011


Ich erinnere mich deutlich an meine ungläubige und erschrockene Reaktion auf die Nachricht von Olof Palmes Tod.
Der Politiker, Sozialdemokrat durch und durch und schwedischer Staatsminister war mir ein Begriff!
Und so konnte ich die tiefe Erschütterung nachvollziehen, die Schwedens Menschen erfasste.
Das war am 28.Februar 1986.
24 Jahre später besuchte ich in Stockholm Palmes Grab. Ein Besucher vor mir hatte Tulpen hingelegt.

Olof Palmes Grab bei der Adolf Fredrik-Kirche


Am späten Abend des 28.Februar wurde Olof Palme nach einem Kinobesuch genau an dieser Stelle am Sveavägen von einem Unbekannten ermordet.
Einen Moment lang beschlich mich ein seltsames, irreales Gefühl, da die meisten Fussgänger eilig und gedankenlos über die unscheinbare, kleine Tafel hinwegeilten...

 
Gedenktafel am Sveavägen:
'På denna plats mordades Sveriges statsminister Olof Palme'
('An diesem Platz wurde Schwedens Staatsminister Olof Palme ermordet')

Diese Schulklasse tat das nicht, sondern blieb im Gegenteil eine ganze Weile stehen, lauschte dabei den Worten ihres Lehrers.
Und irgendwie berührte mich der Gedanke, dass die jungen Menschen noch nicht auf der Welt waren, als Palme starb.

Geschichtsstunde



PS. 25 Jahre später lese ich in den DN (Dagens Nyheter) ein spannendes Interview, das mir Olof Palme wieder nah brachte. Hier geht es zum Interview, das DN mit dem Journalisten Henrik Berggren geführt hat.

PPS. Am Schluss des Interviews die Frage, die immer noch viele Menschen beschäftigt: "Wer, glaubst du, hat Olof Palme ermordet?"
Der Journalist antwortet mit dem kurzen Satz: "Ich habe mich dem Leben gewidmet, nicht dem Tod."




Ein Liebeslied: Hirsch und Bakken zum Wochenende

25.02.2011


Ludwig Hirsch  gehörte zusammen  mit Georg Danzer, Erika Pluhar und André Heller in den Achtzigerjahren zu meinen oft und gern gespielten 'Österreichern'. Auch deshalb, weil in seiner Stimme eine dunkelgraue Farbe war, die ich mochte.
Dass er zusammen mit der Norwegerin Rebekka Bakken singt, habe ich bis jetzt nicht gewusst.
Die beiden ergänzen sich wundervoll, und dieses Lied ist so schön, dass draussen der Himmel aufklart.




PS. Am Montag feiert Ludwig Hirsch übrigens seinen 65.Geburtstag - ein Grund, die LP 'Zartbitter' wieder einmal aufzulegen und dabei in vergangenen Wiener Zeiten zu schwelgen... :-)

Kunst beim Fluss

24.02.2011


Der gestrige Blogbeitrag war ein Geknorze.
Als er endlich im Netz war und mindestens dreimal nachkorrigiert, war ich schweissgebadet.
Ein Spaziergang dem schattenseitigen Flussufer entlang  kühlte Geist und Körper wieder auf normale Temperatur herunter.
Dann wechselte ich auf die Sonnenseite des Flusses, dorthin, wo der gestylte Chemiekonzern seinen Platz einnimmt.
Es gibt da nämlich viel Kunst im öffentlich zugänglichen Raum.
Eine Wohltat...

Jean Tinguely



Niki de Saint Phalle


Und dieser filigrane, zum Himmel strebende Stengel (Stängel) ist tatsächlich von Bernhard Luginbühl, dem am 19.Februar verstorbenen Bildhauer und Eisenplastiker:

 


PS. Beim arbeitenden Bodenpersonal  trägt der rote Stengel übrigens den Beinamen:
'L'érection de la direction'... ;-)


Ein ausgestorbener Beruf!

23.02.2011

Den gestrigen informativen Artikel über die unauffindbaren oder sogar ausgestorbenen 'hemmafruar' in Schweden kann man hier nochmals lesen. Benötigt etwas Zeit, lohnt sich jedoch...

Ich wiederhole den Inhalt des Artikels nicht, sondern möchte nur von meinem kleinen, persönlichen Einblick schreiben, den ich während meines Stockholmaufenthalts ins flexible, schwedische Schul- und Betreuungssystem bekam.
Jeweils am Dienstag und am Donnerstag holte ich die beiden 'flickor' (Mädchen) nachmittags zwischen 16.00 und 17.00 Uhr von der Schule und der Vorschule ab. Zusammen mit Vätern und Müttern wartetete ich auf die Kinder. Diese liessen sich jeweils viel Zeit. Das gemeinsame Spiel mit den Freundinnen und Freunden im Schulgarten oder im Klassenzimmer war wichtiger als das Nachhausegehen.
Immer präsent waren zwei oder drei Lehrpersonen. Sie liessen den Kindern viel Freiraum, ohne sie ständig zu animieren oder sich ins Spiel einzumischen. Weinte jedoch eines oder brauchte Hilfe und Unterstützung, war sofort eine erwachsene Person zur Stelle. Das geschah alles völlig unaufgeregt und sehr zugewandt.
Ich erlebte ausserdem 'meine' schwedischen Kinder (damals 6 und 9) äusserst sozialkompetent und selbständig.

Schwedische Familien sind es im Gegensatz zu uns seit Jahrzehnten gewohnt, in diesen Strukturen den Familien-, Schul- und Berufsalltag zu leben, denn seit 1974 kennt Schweden die Elternzeit.
Als erstes Land notabene in Europa.

Jede Lösung, mag sie noch so gut sein, hat Mängel. So bestimmt auch das schwedische Modell.
Lisette machte sich übrigens gestern dazu  in einem Kommentar einige Gedanken.
Trotzdem.
Ich bin beeindruckt - jag är imponerad!
Und würde das schwedische Modell am liebsten sofort und flächendeckend hier einführen.
Auch wenn mich als Hausfrau die 1934 (!) geschriebenen Worte der schwedischen Soziologin und Sozialreformerin Alva Myrdal wie starker Tabak in den Augen brennen:
"Natürlich werde die Hausarbeit den Frauen auch in Zukunft Möglichkeiten eröffnen. Jedenfalls allen schwachen, idiotischen, faulen, unambi­tionierten oder generell unterbelichteten. Ausserdem steht für diese Personen auch Vollzeit- und vor allem Teilzeitprostitution als Ausweg offen."


PS. Alva Myrdal war anfangs 30, als sie die Abhandlung für eine neue Familienform schrieb. In diesem Alter ist man noch kompromisslos und radikal.
Bestimmt wurde sie in ihren späteren Jahren nachdenklicher und besonnener. Auch in ihrer Wortwahl.
Denn 1982 bekam sie den...
Friedensnobelpreis!

Blogkontakte

22.02.2011


Kürzlich erzählte ich einer gleichaltrigen Bekannten von meinen vielfältigen, bereichernden Kontakten, die ich dank Internet und Blog hätte.
Diese, eine Frau mit viel Bildung und wenig Zeit, wehrte fein ab:
"Das ist nichts für mich, denn ich begegne Menschen lieber from face to face."
Nun, das akzeptierte ich. Ich klärte sie auch nicht auf, dass sie wahrscheinlich 'Blog' mit 'facebook' verwechselt hatte... ;)

Übrigens hatte ich gestern wieder eine dieser spannenden virtuellen Begegnungen.
Dank Kim, der bloggt und Schwedisch spricht.
Er schickte mir per Mail diesen Artikel über die so gut wie ausgestorbenen  'hemmafruar' (Hausfrauen) in Schweden.

Und heute bekomme ich von Titus einen Kommentar, dem dieser Link beigefügt ist:




PS. Und so verteile ich heute in alle Himmelsrichtungen Umarmungen.
PPS. Gratis und völlig grippefrei... ;)

Samstagsaktion

21.02.2011

Samstagnachmittag in der Stadt. Ich bin auf dem Heimweg.
Im dichten Menschengemenge der Innenstadtgasse haben sich ein Mann und zwei Frauen aufgestellt mit rosa Schildern in der Hand.
Mich nimmt Wunder, wofür die kleine Gruppe wirbt.  Vor einer der Frauen bleibe ich stehen. Wohl auch deshalb, weil sie nicht aussieht, als ob sie mich bekehren wollte.
In ihrem Gesicht leuchtet fröhlicher Charme, in den Augen blitzt der Schalk, und dazu gibt es noch etwas gratis:
Wenn es etwas gratis gibt, bin ich verführbar. Ich lasse mich umarmen.
"Und? Getrauen sich die Leute?", frage ich die unbekannte Frau.
"Oh ja. Und wie!" - sagt diese. "Einen so schönen Nachmittag habe ich schon lange nicht mehr erlebt."

PS. Und da wird uns Schweizern immer nachgesagt, wir seien reserviert...

Warme Wurst zum Wochenende

19.02.2011

In Schweden wird sie heiss geliebt und warm gegessen:
Die varm korv (das v wird übrigens wie ein w ausgesprochen)! Oder die warme Wurst.
Man kauft sie am korvkiosk (korwschiosk), vor dem sich über Mittag schon einmal eine lange Schlange Wurstliebhaber bilden kann, in die man sich geduldig einreiht.
Nicht nur die Erwachsenen, auch die Kinder lieben die warme Wurst über alles.
Als 'lillasyster Siri' bei unserem Zoobesuch nachmittags um halb vier der kleine Hunger plagte, sagte sie ohne zu zögern: "Hausfrau Hanna, jag vill ha en korv!"

Schwedens 'varm korv' wurde sogar in einer Komposition verewigt:


PS. Ein schwungvolles Wochenende wünscht Hausfrau Hanna 
und empfiehlt dazu eine einfache, nährende, kostengünstige Suppe mit warmer Wurst..:-)

Bünzlischweden

18.02.2011


Nach dem Abstimmungswochenende mit den beiden kategorischen Nein zum Theaterkredit und zur Waffenverbotsinitiative habe ich mich aufgeregt.
Lebte ich noch im engen Tal meiner Kindheit, wäre jetzt ein 'gopfergessen aufgeregt' daraus geworden.
Ich beruhigte mich eine ganze Weile nicht mehr, dachte schon daran, in mein gelobtes Land Schweden auszuwandern.
Da las ich zufällig im Internet einen Artikel, der mich sehr verunsicherte:
Es gibt auch in Schweden Bünzlis!
Nur dass sie 'Medelsvenssons' heissen. Im Begriff 'medel' ist ganz deutlich das Mittelmass herauszuhören, was weniger abwertend tönt als 'Bünzli', inhaltlich aber haargenau dasselbe ist:
Häuschen mit Garten in der Agglomeration. Und davor ein silbergrauer Mittelklassewagen, Marke Volvo.




PS. E i n deutlicher Unterschied zu uns Bünzlischweizern besteht allerdings:
 Frau und Herr Medelsvensson sind beide voll berufstätig... ;)

Swedis fuer fortgesrittene Anfänger

16.02.2011

Was macht eigentlich eine Hausfrau am Nachmittag?
Sie sitzt am Laptop in der Küche, beantwortet Mails und hat gleichzeitig die sanft vor sich hin köchelnde Pfanne mit den Schalenkartoffeln unter Kontrolle.
Multitasking - nie geht es mir besser!

Eine neue Mail klingelt herein.
Es muss sich herumgesprochen haben, dass ich Schwedisch lerne.
Der Mail ist nämlich ein Anhang beigefügt mit vielen deutsch-schwedischen Begriffen.
Ich beginne zu lesen.
Und hätte fast schon geschworen, dass das richtig feines Schwedisch ist:
Mikrowelle snelle welle
Insektenbekämpfung grille kille
Stau långe slånge (sogar das Bölleli auf dem å ist richtig gesetzt, was dann 'longe slonge' ausgesprochen wird... ).
Erst beim Wort 'pupsen' werde ich unsicher.
Das wird nämlich mit dårme lårme übersetzt. Und das KANN nicht stimmen.
Ich bin mir nämlich ganz sicher, dass das auf Schwedisch släppa sig  heisst.
Oder übersetzt: 'Einen fahren lassen'...;-)



PS. Ein herzliches 'tack' an Titus fürs Zusenden :-)
Hausfrau Hanna

An der Oberfläche

15.02.2011

Hin und wieder schüttle ich wie mühelos einen Satz aus dem Ärmel.
Wie den da:

"Nur wer an der Oberfläche schwimmen kann, 
vermag auch in die Tiefe zu tauchen."  

Hausfrau Hanna


PS. Der Satz wird eingerahmt!

Ein anderer Wind

14.02.2011

In der Stadt, in der ich wohne und lebe, weht politisch oft ein anderer Wind als im Rest der Deutschschweiz. Diese Windverhältnisse müssen mit der Weite des Flusses zu tun haben. Oder mit der Nähe zu den ausländischen Nachbarn Deutschland und Frankreich.
Gestern zum Beispiel sagte die Stadt JA zur Waffenschutzinitiative, die Mehrheit der Schweizer Kantone und die Mehrheit der Bevölkerung haben sie deutlich abgelehnt.

1980 wohnte ich noch dreissig Kilometer stadtfern im idyllischen Landdorf.
Ich suchte da eine neue Wohnung.
Bei der Besichtigung einer schönen Altbauwohnung liess mich etwas gruseln, was ich so noch nie gesehen hatte:
Im Schlafzimmer befanden sich vier oder fünf Gewehre. Sauber aufgereiht auf dem moosgrünen Spannteppich. Die Läufe auf das Ehebett gerichtet.
Wie es sich dabei wohl schlafen liess? Das hätte ich gerne gefragt, liess es dann jedoch sein.
Der Mieter, ein ruhiger, netter Schweizer, war Hobbyjäger und Mitglied im Schützenverein.
Schiessen seine Freizeitspassion.
Dreissig Jahre sind seither vergangen.
Geändert hat sich...
nichts.


PS. Ich liebe meine Stadt!

Joan Armatrading zum Wochenende

11.02.2011


Hin und wieder surfe ich beliebig durchs Netz, klicke mit der Maustaste nach dem Zufallsprinzip ein Blog an oder lasse mich von einem exotisch klingenden Blognamen verleiten.
So bin ich auf dieses Lied von Joan Armatrading gestossen. Wo, ist mir leider entfallen.
Ich habe mir das Lied gleich dreimal hintereinander angehört.
So schön ist es.

PS. Ich wünsche mit 'In these Times' ein gutes zweites Februarwochenende,
Hausfrau Hanna


Buch ist Buch - Film ist Film

10.02.2011

Vor einem Jahr schrieb ich diesen Beitrag über Tiziano Terzani, den italienischen Journalisten und Schriftsteller.
Terzanis Bücher, sowohl seine politischen, wie auch seine spirituellen, haben mir in den vergangenen Jahren viele intensive Lesestunden beschert.
Deshalb war ich gespannt auf den Kinofilm 'Das Ende ist mein Anfang', der kürzlich anlief.
Das Buch las ich seinerseits gern, ich hatte und nahm mir viel Zeit.
Nun, Buch ist Buch. Film ist Film. Und das können zwei völlig verschiedene Erlebniswelten sein.
Während fast der ganzen Filmdauer verliess mich das Gefühl nicht, im Kinosessel zu sitzen und von Aussen zuzuschauen. Das war irritierend.
Bruno Ganz ist ein zweifellos ein grosser Schauspieler. Er spielte Tiziano Terzani gut. Und genau das genügte mir nicht. Irgendwie spielte er mir immer einen Tick zu stark, zu viel, zu gestenreich und das viele Erzählen und Sprechen war mir zu mächtig. Vielleicht ist es auch ein Ding der Unmöglichkeit, einer Persönlichkeit wie Terzani in seiner ganzen Tiefe und Reife gerecht zu werden.

Die Landschaftsbilder der herbstlichen Toscana waren dafür schön.
Und Erika Pluhar, die im Film Terzanis Frau Angela verkörperte, hätte ich gern länger in die ruhigen Augen geschaut.

Fast am Schluss dann eine Sequenz, in der der todkranke Tiziano Terzani allein sein wollte und von Frau und Sohn in sein abseits liegendes Réduit geleitet wurde.
Etwas in der Darstellungsweise ging über das gewöhnliche Schauspielhandwerk hinaus.
Dieser eine kurze, letzte Moment rüttelte mein Herz wach.
Meine innere Distanziertheit schmolz.
Im Saal breitete sich eine absolute Stille aus. Ringsum war man ergriffen, und die Taschentücher wurden hervorgeholt.
Ich verliess den Kinosaal noch während des Abspanns.
Als Erste.

Ganz nah beim Tier...

08.02.2011


...ist nicht nur ein Werbespruch des städtischen Zoos.
Ganz nah beim Tier ist auch 'lillasyster Siri'.
Denn Siri liebt alle Tiere. Und die Tiere lieben Siri.
"Hausfrau Hanna, jag är en elefant, ett lejon och en apa. Och vad är du?"
"Jag? Jag är bara en apa!"

'Lillasyster Siri' ganz nah beim Tier


PS. Und hier die Dialogübersetzung. Schwedisch für Anfänger...
"Ich bin ein Elefant, ein Löwe und ein Affe. Und was bist du?"  
"Ich? Ich bin nur ein Affe!"

Übersetzen ist eine Kunst

07.02.2011


Frühlingshaft warm ist es.
Die Sonne strahlt am fast blauen Himmel. Eine Amsel sitzt auf dem noch unbepflanzten Balkonkistchen und versucht sich im Singen.
Und ich lese ausgerechnet einen nordischen Krimi!

Johan Theorin gehört zu meinen liebsten nordischen Autoren, verarbeitet er in seinen Krimis doch effektvoll alte Legenden und Spukgeschichten zu wunderbaren Schauerromanen.
Im Moment lese ich 'Nattfåk', den zweiten Band seiner auf Öland spielenden Krimireihe.
Ich lese ihn...  auf Schwedisch.
Die deutsche Übersetzung 'Nebelsturm' befindet sich daneben, hilft mir beim Verstehen und Abgleichen:



Ich bin beeindruckt, was Übersetzerinnen leisten (hier ist es Kerstin Schöps) und dabei fast ein eigenes Buch schreiben.
Theorin benützt bei direkten Reden meistens das Verb 'sagen' (säga).
Auf Schwedisch sieht das dann so aus: 'Han sa' (er sagte), 'hon sa' (sie sagte), 'de sa' (sie sagten).
In der deutschen Übersetzung hingegen wird je nach Sinn des Satzes ein anderes Verb verwendet.
Zum Beispiel 'Sie schlugen vor'. 'Er befahl, fragte, erklärte, gab zu, flüsterte'.
Oder auch 'Sie seufzte'.

Das fasziniert mich dermassen, dass ich mit Lesen nicht vom Fleck komme.
In der schwedischen Originalfassung bin ich auf Seite 45; auf Deutsch ist es immerhin die Seite 52.


PS. Und wenn ich in diesem gemächlichen Tempo weitermache, werde ich vermutlich in einem Jahr beim Schlusssatz angekommen sein:
'Det är vad vi alla kommer att vara en gång. Minnen och spöken.'
'Mehr werden auch wir eines Tages nicht sein. Geister und Erinnerung.'

Wecker und Wader zum Wochenende

05.02.2011


Wecker und Wader.
Grossartig die CD, die ich gekauft habe.
Eine Rückschau auf vier Jahrzehnte Musik mit Liedern an das Leben:

"Kein Ende in Sicht, den Anfang verprasst,
dazwischen viel Tränen und Schmerzen.
Den Sinn dieses Daseins kein bisschen erfasst,
doch immerhin reicher im Herzen."



PS. Ich hoffe, der Titel der CD erfüllt sich, und es ist noch lange 'Kein Ende in Sicht'!
Weil es keinen gibt, der leidenschaftlicher, beseelter, kraftvoller musiziert als Wecker.
PPS. Und weil auch Wader gut ist. Obwohl er hier nicht ganz textfest erscheint... ;)





Baumschnitt

03.02.2011




Der Ahorn in unserem kleinen Stadtgarten wächst schnell und hat seit seinem letzten Schnitt enorme Ausmasse angenommen. Den unten wohnenden Mietern beschert er Dunkelheit in der Küche.
Morgens um acht Uhr.
Drei junge Männer mit Schutzhelmen klettern gewandt den Baum hoch.
Sie seilen sich an, beginnen zu sägen. Mit diesen selten gewordenen, gewöhnlichen Werkzeugen ohne nervende Motoren.
Sie arbeiten langsam und ruhig. Es ist nur etwas zu hören, wenn die Äste zu Boden krachen.
Ein vierter Mann nimmt sie zusammen.
Am Schluss werden die Äste in gleich lange Rugel gespalten und zu einer kleinen Beige geschichtet im hinteren Teil des Gartens.


Sieht aus wie Kunst. Und bleibt!






Kämpferin mit Herz...

02.02.2011

... heisst der Film, der heute Abend um 22.20 Uhr auf  SF 1 ausgestrahlt wird.
Porträtiert wird darin die 83-jährige Verena Frauenfelder, die seit vielen Jahren aktive Hilfe in Afghanistan leistet. Die stille, bescheidene Frau hinterliess bei mir einen unauslöschlichen Eindruck, als ich sie vor einigen Jahren an einer Veranstaltung erlebte. Wer mag, kann hier den Blogbericht lesen.
Und noch besser, heute die Sendung 'Reporter' schauen!

Zwischen zwei Haltestellen (15)

01.02.2011

Gestern im Tram. Hinter mir vier Jugendliche.
Ich höre häufig das Wort 'Stress'.
Und dann das:
Junge: "Mini Ex figgt en andere!"
Mädchen: "Was chratzt di d'Ex?"

PS. Früher sprach man vom Liebeskummer, der sich nicht lohnt.
Der Schmerz ist auch heute der gleiche.