Mondfinsternis

28.09.2015


Heute in der Früh weckte mich ein Traum.
Ich stand auf.
Als ich auf die Uhr schaute, war es genau 3.34 Uhr.
Noch etwas schlaftrunken ging ich in die Stube. Ich erinnerte mich, dass sich in dieser Nacht ein wundersames Mondereignis am Himmel abspielte.
Die Mondfinsternis hatte bereits begonnen. Leider war hier über der Stadt kein Blutmond zu sehen, sondern ein fahler, heller Mond:




PS. Ich schaute dem stillen Geschehen etwa eine Stunde zu und schoss ein paar Bilder.
Irgendjemand in einem der Nachbarhäuser tat wohl dasselbe. Ich merkte es deshalb, weil es einige Male im Dunkel der Nacht blitzte...

PPS. Wer den Super- und Blutmond verpasst hat und ihn in voller Rotpracht sehen will, kann hier bei Quer anklicken.

"Wo man singt, da lass dich ruhig nieder..."

26.09.2015



Gestern im Nationalratssaal in Bern.
Ein Chor überraschte am Ende der vierjährigen Legislatur die Politiker und Politikerinnen mit einem dreisprachigen Medley...




Was für ein Zufall!
Ebenfalls gestern entdeckte ich an einer Strasse nahe des Bahnhofs eine Sprayerei:


"Ich gehe in die Muttenzerkurve zum Singen!!!"

PS. Die Muttenzerkurve ist übrigens der Ort im Fussballstadion St. Jakob ('Joggeli'), wo sich die Hardcore-Fans des FC Basels aufhalten (und manchmal auch Anderes veranstalten als nur lauthals zu singen...)

Geld macht glücklich!

25.09.2015



Wer sagt, dass Geld nicht glücklich macht, 
hat noch nie einem Geldzähler zugeschaut... ;)




PS. Wir sind noch aufgewachsen mit dem Zitat "Spare in der Zeit, dann hast du in der Not!"

PPS. Aber Luisa Francias abgeänderte Fassung hat auch etwas Überzeugendes:

Spare in der Zeit nicht,
dann hast du zwar in der Not nichts,
aber du hast es wenigstens
in der Zeit gehabt.

Danke fürs Essen!

24.09.2015


In Schweden sagt man oft und gern nach dem Essen: "Tack för maten!"
Danke für das Essen!
Bereits die Kinder halten sich daran.Vielleicht auch nur deshalb, weil sie dann schnell ihren Teller samt Besteck zusammenstellen und vom Tisch aufstehen können... ;)


"Tack för maten, den var go’ 
mitt på bordet stod en ko."


Keine Kuh sondern  'kanelbullar',  Zimtschnecken, stehen mitten auf dem Tisch...



PS. Was sich im schwedischen Kindervers elegant reimt, holpert in der deutschen Übersetzung:

"Vielen Dank für das Essen, es war gut,
mitten auf dem Tisch stand eine Kuh."

Nochmals Kabis!

23.09.2015



Manchmal passiert es, dass mir ein Kommentar oder ein Post in einem andern Blog ein Stichwort liefert oder die Idee gibt für einen eigenen Beitrag.
So wie heute.
Aber schön der Reihe nach!
Ich habe tatsächlich am Montag einen Rotkabis (Blaukabis?) gekauft und gehobelt. Zusammen mit Karotten und etwas Ingwer (für die Schärfe) gab das diesen Salat:



Jetzt zu Frau Flohnmobil!
Diese erinnerte sich nämlich, dass mit dem Suchbegriff 'Liebi Husfraue, s'sch Kabiszyt' eigentlich eine Kabarettnummer gemeint war.
Ich gab die Stichworte bei youtube ein und hier kommt sie nun.
Die Kabisnummer von damals.
Mit einem Jürg Randegger, der perfekt Baseldeutsch spricht... ;)
Viel Vergnügen!
Beim Zuhören und Nachkochen...

Hausfrau Hanna kocht saisonal

21.09.2015


Heute fand ich in der Blogstatistik folgenden Suchbegriff:

liebi husfraue s isch kabiszyt!






Werde ich derart nett auf Saisonales aufmerksam gemacht, kann ich schwer widerstehen.
Deshalb mache ich heute einen Bogen um alle Kürbisse und greife ins Regal mit dem Weiss- und Rotkabis.
Am Abend gibt es also bei Hausfrau Hanna Kabissalat. Lecker, gesund, vitaminreich.
Und überhaupt nicht bieder!

Vieles ist relativ

19.09.2015


Älter ist die Steigerungsform von alt.
Deshalb ist älter älter als alt.
Im Alltag jedoch ist ein älterer Mensch weniger alt als ein alter Mensch.

Meint die ältere Hausfrau Hanna, die kürzlich von einer alten  Frau (der sie im Tram behilflich war) ein "Danke, Sie sind ja noch jung" zu hören bekam...


 Eva Bonnier, schwedische Künstlerin ( Ausstellung/Waldemarsudde Stockholm  2013)






I ♥ Tango!

18.09.2015



I ♥ TANGO:



PS. Frau Wildgans' Wort zum Tag hat mich in einen schwebenden, leichten Zustand versetzt.
PPS. Der Schnee darf sich jedoch noch Zeit lassen...




Wort an Wort an Wort...

17.09.2015


An einer Hauswand im Stadtzentrum entdeckt:



PS. Und mir fiel in den letzten fünf Minuten ein: Regenwetterhahn. Nachbarbalkonpflanzen. Kaffeeduftrosen. 

PPS. Vielleicht fällt jemandem etwas Besseres oder Fantasievolleres ein.
Mir nicht!





Alltagsworte

16.09.2015


Heute ist der Himmel bewölkt.
Es regnet.
Die Zeitung habe ich bloss überflogen.
Dieses Gedicht von Rainer Brambach hingegen habe ich gelesen.
Mehrere Male.



Alltag 

Gehen, wohin ich muss
Einen jungen Baum pflanzen 
Den Garten loben, auch wenn es lange regnet 
Das Rad ölen 
und die Bremse prüfen 
Die Zeitung lesen, ohne den Wunsch auszuwandern 
Freunde empfangen 
Vergessen können 
Rosen oder Hühner? 
Gedichte schreiben 
und nicht auf die Musik der Bassgeigen 
am Himmel hören 
der blau oder bewölkt ist.

Rainer Brambach, 1917-1983, Basler Lyriker




Zwischen zwei Haltestellen (78)

15.09.2015


Der Wagen im Regiozug war praktisch leer. Vielleicht war der Platzregen schuld, der die Leute am Reisen hinderte...
Ich hatte ein Viererabteil ganz für mich allein. Eine Seltenheit. 
Und dann das!
Ausgerechnet mir gegenüber liess sich ein Mann auf den leeren Sitz plumpsen und setzte sich dann breitbeinig hin, wie das Männer so selbstverständlich und ungeniert zu tun pflegen. 
Ganz schnell überlegte ich mir, ob ich den Platz wechseln sollte.
Oder ob ich doch lieber ausharren und ihn ignorieren sollte. 
Irgendwie stüpfte es mich. 
Ich griff in die neben mir liegende Handtasche, nahm das Fotoapparätchen hervor und begann, die Umgebung zu fotografieren...





PS. ... und dann hatte ich das Abteil wieder für mich allein.



Späte Einsicht

14.09.2015



"Erst als ich nach einem Unfall liegen musste,
merkte ich, wie erschöpft ich war... "

Hausfrau Hanna





Tag der Poesie

13.09.2015


Gestern war 'Tag der Poesie' auf dem Münsterplatz.
Zwischen den alten Kastanienbäumen waren Schnüre gespannt, an denen orange und weisse Zettel wie Wäschestücke hingen.  Auf jedem der Zettel stand ein Gedicht.
Ich las mich von Gedicht zu Gedicht.
Gefiel mir eines besonders, nahm ich es von der Leine und steckte es ein.
Eines von Franz Hohler.
Eines von Svenja Herrmann.
Von Elisabeth Borchers. Rainer Brambach. Christof Meury.

Das Gedicht 'Präludium' des schwedischen Lyrikers Tomas Tranströmer sah ich jedoch auf einer Tafel im Kreuzgang des Münsters. Als ich den Schluss las, schossen mir die Tränen in die Augen.
Tranströmer schrieb das Gedicht mit 23 Jahren.



Präludium

(...)

In den ersten Stunden des Tages kann das Bewusstsein die Welt umfassen,
wie die Hand einen sommenwarmen Stein ergreift.
Der Reisende steht unter dem Baum: Wird,
nach dem Sturz durch den Wirbel des Todes,
ein grosses Licht sich entfalten über seinem Kopf?

Tomas Tranströmer, 1931-2015
(zum ersten Mal veröffentlicht 1954)

Baum am Meer in Stockholm 






Geistertöne

11.09.2015


Ein ganz besonderes Klingen und Summen erfüllte die Luft.
Es kam von einem Instrument nahe am Wasser, dessen Saiten vom Wind gestreichelt und in Schwingung versetzt wurden.
Deshalb auch der Name Windharfe. Äolsharfe. Oder Geisterharfe...





Angelehnt an die Efeuwand
Dieser alten Terrasse,
Du, einer luftgebor'nen Muse
Geheimnisvolles Saitenspiel,
Fang an,
Fange wieder an
Deine melodische Klage!
(…)

Eduard Mörike


Farbendiagonale

10.09.2015


Gestern.
Der Himmel hellblau.
Der Rhein smaragdgrün.
Am Seil der Fähre flatterten neue Fahnen im leichten Biswind.
Und
                leuchteten
                                         in
                                                        allen
                                                                            Farben.
                                                       





PS. Dem Rhein entlang gehen ist nie ein Muss...


Grundpfeiler des Lebens

07.09.2015




Schreiben und Liebe, das sind die Grundpfeiler meines Lebens. Beides hat mit der Kunst zu tun, etwas zusammenzufügen. Beim Schreiben sind es Ideen, Beobachtungen, Erinnerungen, bei der Liebe fügen sich zwei Menschen zusammen. Das ist das Wichtigste für mich.


Connie Palmen, niederländische Autorin







Reminiszenz

06.09.2015


Anhora schwärmte damals für Winnetou. Und hatte ein Poster aus der BRAVO an der Innenschranktüre aufgehängt. Soviel Privates erfuhr ich übrigens aus ihrem Kommentar.
Ich dagegen schwärmte für Old Shatterhand, hatte jedoch kein Poster mit Lex Barker in Fransenlederwams  aufgehängt. Weder innen am Kasten, noch aussen.
An der Zimmerwand aus Pavatex hingen Mozart, Beethoven und Ballerinen.
Pingeliggenau und mit Stecknadeln befestigt...



PS. Aber die BRAVO las ich!

Schöner Tag!

05.09.2015


Marie Versini.


Bild aus dem Internet

Die französische Schauspielerin spielte damals Winnetous Schwester Ntscho tschi.
Was 'Schöner Tag' bedeutete.
Und schön war sie! Was heisst schön? Wunderschön war sie.
Rabenschwarze Haare, die ihr in  zwei dicken, kunstvoll geflochtenen Zöpfen auf den Rücken hinunterhingen. Eine samtene Haut und sanfte, dunkelbraune Augen, die mit dem perfekt geschwungenen Lidstrich noch grösser wirkten.
Leider verpassten wir den ersten Teil im Kino.
Wir waren noch zu jung für 'Winnetou I'.
Zum Glück hatten wir Ruthli. Zwei Jahre älter und ein Einzelkind. Es bekam Taschengeld und kaufte sich davon die BRAVO. Wir profitierten von Ruthli und seiner grosszügigen Art und durften sie ausleihen. Lesen war zum Glück nicht an ein Alter gebunden.


PS. Und es könnte sein, dass wir damals dieses Interview (es stammt aus einer BRAVO von 1967) mit unserem Idol, Marie Versini, tatsächlich gelesen haben:

Wie sieht dein Traumboy aus?

"Oh, mein Traumboy ist blond und hat blaue Augen… und er muss charmant sein."

Was ist deine Lieblingsblume?

"Vergissmeinnicht."

Was ist dein Lieblingslied?

"Das Chanson von Charles Aznavour ‚La Mama‘"

Was hältst du von den Beatles? 

"Ich finde sie ganz grosse Klasse."




PPS. Die Beatles fanden wir selbstverständlich auch grosse Klasse. Charles Aznavour allerdings kannten wir nicht. Der kam erst später.

"Wo will ich noch hin mit meinem Leben?"

03.09.2015


Heute bin ich mit einem knapp dreissigminütigen Video in den Tag gestartet:
Hier zu sehen!
Ich habe viel für mich mitgenommen.
In den heutigen, in den morgigen und hoffentlich in noch so manchen weiteren Tag.




Danke, Frau Wildgans, für den Link!
Danke, Christine Westermann, für das Video!


Sommernovelle

01.09.2015


Gestern nochmals ein Hitzetag mit über 30 Grad.
Das Dorf verstummte.
Ausser den Bauern auf ihren grossen Traktoren, dem motorisierten Durchgangsverkehr und ein paar im Dorfbrunnen planschende Kinder schien sich nichts zu bewegen.
Heute kommt endlich Bewegung hinein.
Die Luftmassen verschieben sich. Und die Hitze weicht der Kühle.
Der Sommer ist vorbei.
Es war ein anstrengender Sommer.
Willkommen Herbst!




PS. Etwas Gutes hatte dieser lange, heisse Sommer dennoch: Ich zog mich ins Schneckenhaus zurück und las manisch. Dieses Buch beendete ich übrigens gestern...:)