Was oben ist, das ist auch unten...

26.07.2017


"U weme luegt
iz stille Wasser.
Gseht me dr Himmu
gspieglet drinn.
U aus wo oben isch,
das isch ou unge.
Und alles überchunnt si Sinn..."

Polo Hofer, 16.März 1945 - 22.Juli 2017
Schweizer Musiker und Poet





Als Bub bekam er in der Pfadi den Namen 'Polo',
(weil die Schaufenster des elterlichen Modegeschäftes voller Polohemden waren).
Diesen Name behielt er auch als Musiker.
Er reichte,  und alle in der Schweiz wussten, wer gemeint war:
Polo Hofer!
Ich liebte seine Lieder,
die auf direktem Weg ins Herz gingen.
Ich mochte seine etwas schräge und leutselige Art
und die leise Melancholie, die mitschwang.
Polo begleitete uns von anfangs der Siebzigerjahre.
Bis heute.
Am Samstag ist Polo gestorben.




"Und wenn man 
ins stille Wasser schaut.
Sieht man den Himmel
gespiegelt darin.
Und alles, was oben ist, 
das ist auch unten.
Und alles bekommt seinen Sinn..."



Danke, Polo,
Danke aus tiefstem Herzen!
Für deine Lieder:
Kiosk.
Teddybär.
Alperose.
D'Rosmarie und ig.
Und alle andern.

Momentane Stimmung

25.07.2017


Der Himmel sieht heute bewegt aus.
Ich mag diesen Himmel.
Es wird heute auch regnen -
und das stimmt mich froh.
Gestern bin ich richtig zusammengezuckt, 
als ich unten in der Stadt neben mir eine Frau sagen hörte:
"Äs s..cht scho wieder!"


PS. Damit das geklärt ist: Ich mag auch warme Sommertage, die sich wie ein leichtes Kleid an den Körper schmiegen - aber ich mag Hitze nicht!

Dieser sanfte Regen!

24.07.2017


Im Hochsommer lese ich viel.
Das hat damit zu tun, dass ich mich an Hitzetagen in der Zeitlosigkeit der Land'idylle' aufhalte.
Frühmorgens, wenn der Hahn im benachbarten Gehege kräht, setze ich mich hellwach mit einem Buch unter den Holunderbaum und beginne zu lesen. 
Manchmal ein kurzes Abschweifen. Der Blick geht hoch zum Himmel und folgt den Mauerseglern und den Mäusebussarden.
Am Nachmittag, die Sonne ist unterdessen weitergewandert, ziehe ich um ans kleine Bächlein, das mit seinem sanften Plaudern etwas Einlullendes und Einschläferndes hat.
Gestern morgen in aller Herrgottsfrühe las ich jedoch nicht weiter.
Das Buch blieb aufgeschlagen neben dem Bett zurück.
Ich fuhr zurück in die Stadt.
Denn eine Kaltfront brachte den ersehnten Regen.
Endlich!
Und Abkühlung.
Endlich...




PS. Das Buch wartet bis zur nächsten Hitzewelle, die kommen wird.
PPS. Im Moment sitze ich bei weit geöffneter Balkontüre am Laptop und lausche dem sanften Regen, der auf den grossen Ahorn im Hinterhof fällt... :)

Gedicht im Dialog

21.07.2017



 Wie sanft der Abend
die hohen Bäume fällt
wie sanft die Stille mächtig wird
wie sanft die Zeit ins Zeitlose treibt
wie sanft die Kühle
zu reden beginnt mit mir


Werner Lutz

Strindbergstatue von Carl Eldh im Tegnérlundenpark in Stockholm




Werner Lutz, 1930 - 2016, Schweizer Lyriker 
aus 'Die Ebenen meiner Tage' Gedichte im Dialog, Waldgut 2015




Zwischen zwei Haltestellen (100)

18.07.2017


Heute morgen im Regiozug hinaus aufs Land.
Zwei Jungs steigen ein und unterhalten sich gutgelaunt.
Die Worte fliegen, von reichhaltiger Mimik und Gestik begleitet, hin und her.
Dass sie sich gegenseitig "Alter" nennen, ist nichts Unbekanntes für mich.
Dann jedoch höre ich einen völlig neuen Jungsausdruck.
Sagt doch der eine zum andern -
und seine Stimme tönt dabei ganz liebevoll:
"Du Popelnascher!"

Schwedische Jugendliche 'zwischen zwei Haltestellen' auf der Stockholmfähre ;)


Raum der Sehnsucht...

17.07.2017


Sommer.
Ich pendle zwischen hier und dort -
zwischen der Stadt und dem Rückzugsort auf dem Lande.
Und wünsche einen guten Start in die neue Woche,
Hausfrau Hanna






(...)

'Der Tag war mein und die Nacht.
Mit allen Bäumen, die die Sterne fingen.
Ich lag auf dem Felsen, der von der Sonne erwärmt wurde.
Es war Sommer.
Und unter dem Dach wohnten Schwalben,
die mich lehrten, durch Mauern zu fliegen.
All das, was mir Heimat war, 
ist nun hier im Raum des Sehnens...'


(Übersetzungsversuch Hausfrau Hanna)

Stockholmgeschichten: Das Regenbogenheftli!

14.07.2017


In Schweden
 (und das ist ein markanter Unterschied zu hier)
 wird praktisch alles, auch der winzigste Betrag, mit Karte bezahlt.
 Papiergeld sieht man selten bis nie im Umlauf.
Dabei sind die neuen Geldscheine sehr schön gestaltet.
Auf dem 20-Kronenschein etwa ist Astrid Lindgren abgebildet.
Auf dem 50-Kronenschein Evert Taube, der Troubadour.
Meinen letzten Fünfziger habe ich übrigens kurz vor Abflug
am Flughafenkiosk ausgegeben.
Für eine dieser bunten, glänzenden Frauenzeitschriften.
Damtidning auf Schwedisch.
49 Kronen hat sie gekostet.
Umgerechnet knapp sechs Franken.
Die eine Krone habe ich der Kassierin grosszügig zurückgereicht... ;)


PS. Ich bin jetzt stolze Besitzerin und Guckerin von 100 bunten Seiten über die Kronprinzessin.
PPS. Sie feiert übrigens genau heute ihren 40.Geburtstag!
PPPS. Hausfrau Hanna schickt ein herzliches 'Grattis på födelsedagen, kronprinsessan Victoria'!

Stockholmgeschichten: Das Haiku!

12.07.2017


Oben in Södermalm gibt es eine Kirche, die ich unglaublich schön finde:
Die Katarinakyrka.
Es ist der 19.Juni, ein Montag, bei unserem Besuch.
Der Zufall will es, dass ausgerechnet an diesem Tag
Anna Lindh
(die schwedische Aussenministerin, die 2003 ermordet worden ist)
ihren 60.Geburtstag hätte feiern können.
An ihrem Grab rote Rosen -
Blumen der Liebe...



Anstatt auf dem direkten Weg den Friedhof zu verlassen,
machen wir einen kleinen Umweg.
Und wieder spielt der Zufall mit!
Plötzlich stehen wir vor einem schlichten Grab.
Ein paar Blumen.
Auf dem Grabstein der eingemeisselte Name
Tomas Tranströmer -
einer der grössten schwedischen Lyriker und Literaturnobelpreisträger 2011:



Seitlich neben dem Grab 
steht eine kleine Sitzbank aus Stein.
Mit Platz für eine einzige Person. 
Ich setze mich darauf.
Und lese das Haiku zu meinen Füssen:


'Grosser und langsamer Wind
aus der Meeresbibliothek.  
Hier darf ich ruhen.'

(Übersetzungsversuch von Hausfrau Hanna)




PS. Ich sitze da, und die Tränen fliessen.
PPS. Så  många känslor...

Stockholmgeschichten: Der Kunstgarten!

09.07.2017


Ein sehr schöner Ort, der etwas ausserhalb von Stockholm liegt, ist der Millesgården.
Carl Milles war ein bekannter und anerkannter Bildhauer, der Aufträge in ganz Europa bekam.
Er muss sehr reich geworden sein und schaffte sich mit diesem Park und dem Wohnhaus ein Paradies.
Beim Flanieren durch den Park,  beim Betrachten der vielen Skulpturen, beim Verweilen und über die Ostsee Schauen, stellte sich eine grosse Ruhe - und damit auch Glück ein...



Zwei Tänzerinnen...



Erinnerungsbild für Zuhause...



Skulpturen in Bewegungen über dem Wasser -
und auch die Kleine neben dem Wasserbecken  hatte 'spring i benen' ...;)


Stockholmgeschichten: Rosa Kunst!

08.07.2017


Heute ist der 8.Juli:
Und bereits stecken wir mitten drin in der dritten Hitzewelle des Sommers!
Die erste rollte schon Ende Mai an.
Während der zweiten (und das war ein glücklicher Zufall)
waren wir in Schweden.
Jetzt also die dritte...
Ich mache mir Gedanken und Sorgen.
Und beneide alle, die dieses heisse, regenfreie Sommerwetter geniessen können,
ohne sich auch nur den geringsten Gedanken zu machen.
Im modernen Museum in Stockholm stand ich vor einer Installation,
deren Effekt ich zwar hübsch fand,
deren Sinn sich mir jedoch nicht ganz erschloss:


Installation Moderna Museet Stockholm


PS. Erst jetzt!
PPS. Ich wünschte mir nämlich genau diese sanfte, kühle, gleichmässige Bewindung.
PPPS. Ich wäre gern das rosa Tuch...

Basler Dybli... .. . . . .

06.07.2017


Gestern Morgen.
Am Bahnhof steige ich aus dem Tram und überquere den Platz.
Erst sehe ich nur die zahlreichen Tauben,
die geschäftig das eigens für sie hingelegte und 
  in  'mund'gerechte Stücke geschnittene, trockene Brot aufpicken.
Dann fällt mein Blick auf diese grosse Tafel...


"Tierschutz heisst Tauben nicht füttern"






Stockholmgeschichten: Die Autokennzeichen!

05.07.2017


Nach den beiden nostalgischen Beiträgen gestern und vorgestern,
muss heute etwas Aktuelles her!
Dieser parkierte Porsche Carrera etwa mit einem sehr persönlichen Kennzeichen.
Der Besitzer zeigt der bewundernden Mitwelt,
dass er sich seinen Klasseschlitten hart erarbeitet hat.
Bedeutet JOBBAR doch: "Ich schufte!"




Und gleich noch ein Beispiel eines auch nicht eben billigen Familien-BMW's... ;)



PS. Ich hätte weder den Autos noch den exklusiven Autokennzeichen Beachtung geschenkt.
PPS. Hausmann Hanna hatte das Auge dafür... ;)

PPPS. Zhd. Frau Wildgans! So sieht der Porsche von vorne aus:

  

Stockholmgeschichten: Das Schlosstheater!

04.07.2017


Ein spontaner Entschluss. 
Und schon waren wir mit dabei an einer Führung durch das älteste, noch bespielte Theater der Welt:




Nina, die uns durch die Räume führte, war ein Sprühfeuer an Begeisterung, an Empathie und Wissen.
Wir wurden hineingezogen in eine vergangene Welt der Theaterkunst, die heute, 250 Jahre später, immer noch genauso funktioniert.
Das meiste im 'Interiör' war aus Papier maché und Gips. Der Marmor gemalt.
Alles sah täuschend echt aus. 
Vorne im vierhundertplätzigen Theatersaal standen isoliert zwei rote Sessel.
Für den König und die Königin.
"Von allen Seiten sichtbar und wie ausgestellt", ging es mir durch den Kopf, "dafür müssen sie sich nie um Tickets bemühen."
Die Kulissen werden noch von Hand verschoben.
Und blitzt, donnert und stürmt es in einer Aufführung, wird an entsprechende Maschinen gekurbelt, geschüttelt und gedreht.

Hier eine kleine Kostprobe:



Stockholmer Geschichten: Das Schloss!

03.07.2017


Drottningholm: 'Inselchen der Königin'!
Vom Anlegeplatz beim Stockholmer Rathaus dauerte die Fahrt mit dem Schiff 
 über den Mälarensee eine knappe Stunde.



Die zum Besuch frei gegebenen Räume des Schlosses waren...  
...naja!
(Ich hätte da nicht wohnen wollen)
Den chinesischen Touristen schien es jedoch zu gefallen.




PS. Und eine Schweizer Touristin knipste streng diskret  das schwedische Königspaar...;)

Stockholmgeschichten: Der Liedermacher!

02.07.2017


Schweden und seine Musik!
Seit ich zuhause bin, höre ich fast ununterbrochen die vier neuen CD's an, die ich im glücklicherweise  noch existierenden Plattenladen an der Drottninggatan gekauft habe.
Einer der grössten Poeten und Liedermacher Schwedens ist Evert Taube.
(Was 'Toob' und nicht etwa 'Taube' ausgesprochen wird)
Evert Taube ist auch heute noch sehr bekannt und beliebt, und seine Lieder sind Allgemeingut.
Der Berner Troubadour Fritz Widmer hat übrigens eines seiner Lieder übersetzt. 
Und so wurde aus dem schwedischen "Pappa kom hem" ein Berndeutsches "Vati chumm hei"...

Hier sitzt der fröhliche Trubadur!
Und lädt alle in die schönste Hauptstadt der Welt ein.
Der Tourist mit der Kamera hat sich, von mir völlig unbemerkt, ins Bild hineingedrängt...




Auf einem der Plätze in der Altstadt, der Gamla stan, steht er nochmals.
Er zieht verschmitzt seine Sonnenbrille hoch ...



... und stellt sich geduldig und freundlich den Touristinnen und Touristen als Partner für ein Erinnerungsbild zur Verfügung :)


PS. Ich gebe es zu, ich habe mich auch neben ihn  gestellt.
PPS. Streng diskret natürlich... ;)




Stockholmgeschichten: Die Wiederholung!

01.07.2017


An einem Abend in der Stockholmer Innenstadt in einem Restaurant.
Hausmann Hanna und ich haben bestellt und warten aufs Essen.
Ein Paar, beide um die 50, setzt sich an den Nebentisch. Wir kommen ins Gespräch.
Die beiden sympathischen Norddeutschen aus der Lüneburger Heide sind auf ihren Motorrädern unterwegs durch Schweden und geraten ins Schwärmen über das Land und die Natur.
Als sie hören, dass wir immer wieder nach Schweden und nach Stockholm verreisen, meint die Frau etwas erstaunt: "Schweden haben wir jetzt gesehen! Es gibt noch so viele andere schöne Orte und so viel Neues und Unbekanntes zu entdecken."
Eine andere Sicht zwar, aber ich kann sie verstehen.
Auch wenn ich persönlich gern an vertraute, bekannte Orte zurückkehre.
Weil sie immer wieder anders aussehen und ihr Gesicht verändern...


Frauenbüste im Museum auf Waldemarsudde, Juni 2017


Und die gleiche Büste vor fünf Jahren, Juni 2012 :)









Stockholmgeschichten: Die Stimmungsschaffer!

30.06.2017


Was auffällt in schwedischen Wohnungen:
Überall stehen Kerzenständer,
 und es hat sehr viele Lampen in den Räumen.
In unserem Wohnzimmer zählte ich deren acht.
 Stimmungsaufheller und -schaffer während der langen, dunkeln Winter.
Und immer sind da auch Pflanzen und Blumen.
Liebevoll angeordnet.
Auch im Museum unter der Kunst...

Stockholmgeschichten: Die Türe!

29.06.2017


Eine der Vorstellungen, die man von Schweden hat:
Alle wohnen in solch schmucken, faluroten Holzhäuschen in idyllischer Landschaft.
Mit netten Gardinen und unzähligen Pflanzen und Blumen hinter den Fensterscheiben:



Richtig ist jedoch, dass viele der knapp neun Millionen Schweden in Wohnblöcken wohnen, die in den Sechziger- und Siebzigerjahren gebaut worden sind.

Auch wir wohnten in einer Wohnung einer solchen Überbauung in einem der südlichen Vororte Stockholms.
Am ersten Abend hatten wir abgemacht mit der Wohnungsbesitzerin für die Schlüsselübergabe.
Den Code für den Haupteingang des Hauses hatte ich auf einem Zettel notiert.
Ich gab die vierstellige Zahl ein und stiess die Türe auf.
Nichts passierte.
Ich gab den Code nochmals ein und drückte bestimmter gegen den Türknauf.
Wieder passierte nichts.
Ein dritter und letzter Versuch war ebenfalls erfolglos.
Leicht gestresst griff ich zum Natel und gab Elisabeths Telefonnummer ein.
Sie nahm sofort ab.
"Hej!" sagte ich, "vi är här och står framför dörren. Men vi kommer inte inne i huset!"
(Das versteht man, oder?)
Elisabeth war in Windeseile unten und öffnete die Türe.
Nach der Begrüssungsumarmung zeigte sie mir, wie schwedische Türen funktionieren.
Ich hatte völlig vergessen, dass diese nach aussen und nicht nach innen aufgehen, wie wir das in der Schweiz gewohnt sind.


PS. Andere Länder - andere Sitten...  ;)






Wieder zurück!

27.06.2017


Diese schönen, angenehmen Sommertage in Stockholm:
Soviel Himmelsblau, so viele Wolken, Wind und Wasser!
In der Wohnung im südlichen Vorort von Stockholm weder Internet noch TV.
(Ich habe beides nicht vermisst).
Dafür schrien uns in den hellen Nächten die Möwen in den Schlaf.
Die Neuigkeiten erfuhr ich aus der Tageszeitung 'Dagens Nyheter'.
Dass Helmut Kohl gestorben ist etwa.
Nun bin ich wieder zurück.




PS. Oder tillbaka, wie man auf Schwedisch sagt... 


Reisehäppchen... .. . . .

13.06.2017


Der Reisetrolley ist gepackt
und steht bei der Eingangstüre.
Visit Corsica?
Nichts da mit Korsika!
Morgen fliegen wir nach

. . . . . . . . . !

Dreimal dürft ihr raten.
Vielleicht reicht auch ein einziger Versuch ;)

Bis in vierzehn Tagen dann!
Liebe Grüsse und kram
Hausfrau Hanna






PS. Wer mich vermisst, kann in der Zwischenzeit diesen Beitrag hier vom Juli 2010 lesen :)

Zwischen zwei Haltestellen mit -minu (99)

10.06.2017



Im Tram werden den Passagieren seit ein paar Wochen kurze Filmchen mit Verhaltensregeln vorgespielt.
Eines finde ich besonders hübsch.
Weil -minu darin agiert.
-minu kennen wohl alle in Basel!
Er ist Journalist und Kolumnenschreiber. Und noch vieles mehr.
Zum ersten Mal las ich Mitte der Siebzigerjahre etwas von ihm.
Ich war eben zurückgekehrt von einem mehrmonatigen Aufenthalt in Rom und stürzte mich begeistert auf seine 'Briefe aus Rom', die in der Tageszeitung veröffentlicht wurden.
Unzählige Jahre hatte er einen Stand mit Ginggernilliszeug an der Herbstmäss.
Im Fundus des Kastens habe ich bis heute eine seiner edlen, roten Tüten mit seinem Schriftzug aufbewahrt...

So.
Und hier ist er:
-minu aus Basel!





Wetterwechsel!

09.06.2017


Trifft eine Warmfront auf eine Kaltfront,
bilden sich am Himmel weisse Schäfchenhaarlöckchen.
Ein Wetterwechsel steht bevor!
Und so sah die himmlische Weide gestern Morgen über Basel aus:



PS. Im Internet gelesen: 

"Der moderne Mensch ist süchtig nach Wetterberichten. Und hat vom Wetter doch keine Ahnung." 

Doppeldeutigkeit

08.06.2017


Unter Kinderkram kann man sich vieles vorstellen:


 In Schweden jedoch hat dieses Wort eine ganz andere Bedeutung.
'Kind' (schind ausgesprochen) ist nämlich die Wange. Oder Backe.
'Kinder' ist der Plural von 'kind' - also die Wangen.
Und 'kram' bedeutet Umarmung.

Soeben habe ich ein neues Wort erfunden:
Wangenumarmung ;)


PS. Und diese verschicke ich jetzt grosszügig westwärts, nordwärts, ostwärts. Und auch in den Süden: Kram till er alla!

Kunst lässt niemanden kalt...

07.06.2017


Ob drinnen im Museum oder draussen in der Natur:
Steht man vor Kunst, löst das stets etwas aus!
Innere Bilder tauchen auf.
Man ist fasziniert. Wehrt ab. Ist ergriffen. Hat einen Kloss im Hals.
Oder aber ein fröhlicher Jauchzer entsteigt der Brust.
Dann etwa, wenn man aktiv mitwirken kann,
wie bei dieser Ausstellung im Modernen Museum in Stockholm:

Moderna museet / Modernes Museum Stockholm


Auf der Vorderseite der Stellwand sind drei unterschiedliche Kleider 
des Modeschöpfers Jean Paul Gaultier abgebildet. 
Der Kopf bleibt ausgespart. 
Und die Museumsbesucherinnen dürfen für einmal Model spielen...



PS. Die Frau im strahlendblauen Gilet hat sich übrigens für dieses extravagante Hippiekleid entschieden.

PPS. Ich blieb selbstverständlich beim Knipsen streng diskret im Hintergrund...


Zwischen zwei Haltestellen (98)

04.06.2017


Heute morgen im Postauto.
Als ich einsteige, unterhält sich der gut gelaunte Chauffeur bereits angeregt und laut mit einer älteren Frau, die den Platz schräg hinter ihm eingenommen hat.
Urmenschliches steht im Zentrum ihres Gesprächs: Krankengeschichten, Beziehungen, Heirat, Ehe.
Er selbst, vernehme ich, ist seit über dreissig Jahren verheiratet.
Die ältere Frau war es nie.
Dafür erzählt sie von einer Bekannten, die mit  Ende 40 doch noch einen gekriegt hat:
"Ich habe zu ihr gesagt: Was für ein Glück dein Mann hat, eine so gute Occasion zu bekommen!"



PS. Ja, so kann das schon mal tönen auf dem Land ;)
PPS. Nun bin ich wieder in der Stadt.
PPPS. Im Stadthorst, wie Madame Smilla zu sagen pflegt...


Kopfsalat ist nicht gleich Kopfsalat...

03.06.2017



Im Dorf gibt es einen kleinen Laden.
Für den alltäglichen Bedarf hat es alles hier. Auch regionale Produkte. Und Wein.
Gestern etwa kaufte ich einen ordentlich in eine Plastikhülle mit rot aufgedrucktem Schweizerkreuz eingepackten Kopfsalat.
Ich legte ihn, damit die Blätter nicht zerdrückt wurden, zuoberst in die Einkaufstasche.
Auf dem Weg nach Hause traf ich die Nachbarin an, und wir hielten einen Schwatz.
Plötzlich entdeckte sie den Kopfsalat und rief:
"Das darf nicht wahr sein: Du hast Salat gekauft! Und wir ertrinken ("versuffe") im Salat und wissen nicht, wohin damit. Gib ihn mir für die Hühner! Und ich gebe dir dafür einen ganz frischen aus meinem Garten."
Und schon verschwand sie hinter dem Haus und kam zurück mit zwei Salatköpfen, an denen noch Erde war.
Zum Abendessen gab es bei uns den frischen Bauernkopfsalat.




PS. Während sich zur gleichen Zeit die Hühner wohl gütlich taten am Salat aus dem Laden...


Weckerleuchten!

02.06.2017


Lebe ich auf dem Land, lebe ich anders.
Zurückgezogener. 
Ohne Tageszeitung. 
Dafür mit den alten LP's von damals, die ich hier aufbewahrt habe und manchmal wieder höre auf dem Plattenspieler.
Mehrere davon sind von Konstantin Wecker, der übrigens gestern seinen 70.Geburtstag feiern konnte.
Eine Erinnerung an eines seiner Konzerte im Stadtcasino Basel. 1983.
Wir sassen in der vordersten Reihe, genau in der Mitte. Die besten Plätze also.
Wecker kam von der linken Seite auf die Bühne. Wuchtig und massiv.
Und dennoch mit einer Aura der Zärtlichkeit und Hingabe umgeben, als er sich ans Klavier setzte.
Wir warteten auf den 'Willy', diese Hymne an die Zivilcourage, den Mut und die Mitmenschlichkeit:

"Freiheit, des hoasst koa Angst habn vor nix und neamands!"




PS. Passend zum Sommer habe ich jedoch "Wenn der Sommer nicht mehr weit ist"gewählt. Und das in einer Version von damals... 

Bescheidener Beitrag zum 1.Juni

01.06.2017


Hinter dem alten Haus hat es eine grosse Wiese
mit Mohn, Pfingstnelken, Margriten, Gänseblümchen,
Akelei, Hahnenfuss, Storchenschnabel, Kerbel
und unzähligen kleinen. blauen Blumen:


Es sind keine Vergissmeinnicht.
Es sind  'Katzenäuglein' (wie wir auf Schweizerdeutsch sagen).
 Ehrenpreis. Oder Veronica.
Sie blühen überall.
Bescheiden und unauffällig...


Hausfrau Hannas Maienglück

30.05.2017



Kein Monet!


Sondern das (oder doch der?) kleine Biotop
mit Seerosen und allerlei Getier.
Ländliches Maienglück... 

Einer wie Mani!

29.05.2017


Ironie

Iro war ein Geigenhändler.
Wahrlich, sein Geschäft gedieh!
Iro war ein guter Kaufmann,
der nichts borgte und nur lieh.
Iro sprach: "Ich bin auch ehrlich!"
Aber das war Iro nie.


Mani Matter, 1936 - 1972
aus ' Was kann einer gegen Zen Buddhisten', Zytglogge 2016


Tinguelymuseum


PS, Ich bewundere Menschen wie Mani Matter, die Dinge mit leiser, feiner und zurückhaltender Ironie auf den Punkt bringen. 

PPS. Eine Kunst in der heutigen lauten Welt... 





Beschwingtes zum Sonntag

28.05.2017


Die Jungfrau geht hinaus in den schönen Hain
und setzt sich draussen ins grüne Gras.
Legt sich die schneeweisse Hand an die Wange
und sieht den Liebsten unter der grünen Linde...


Dann geht das Werben los.


Und die Moral von der Geschicht:
Mädel, vertrau einem Schalken nicht!

(sehr freier Übersetzungsversuch von Hausfrau Hanna)






Der Mai geht zu Ende...

27.05.2017



Heute soll es in Basel über 30 Grad heiss werden.
Morgen ebenfalls.
Und auch nächste Woche geht es sommerlich weiter.
Man solle den Kopf mit einem Hütchen bedecken,
ein T-Shirt anziehen.
sich gut eincrèmen und den Schatten aufsuchen.
Oder sich von 12.00 bis 14.30 Uhr drinnen aufhalten.
Diese Empfehlungen gab der nette Meteomann gestern Abend ab,
nachdem er zuvor die Wetterprognosen verkündet hatte.
Der Sommer ist da!
Und das im Mai...


Rheinliebe


PS. Vorhin hörte ich, wie einer unten auf der Strasse laut und fröhlich die Schweizer Nationalhymne pfiff: "Trittst im Morgenrot daher, seh' ich dich im Strahlenmeer."

PPS. Seine gute Laune war ansteckend.

PPPS. Ein schönes Sommerwochenende also!

Zum Auffahrtstag!

25.05.2017



Ich gehöre
(was den hier regelmässig Lesenden wohl bekannt sein dürfte)
 nicht zu den Reisemunteren.
Ich kenne jedoch in meinem Umfeld Menschen, 
denen die Abenteuerlichkeit des Reisens durch die Blutadern zirkuliert 
und die vor Reisefieber förmlich zu zittern und zu beben beginnen, 
wenn sie das Kerosin am Flughafen einschnuppern.
So anschaulich und sinnlich hat es mir zumindest Schwager F. kürzlich erklärt.
Und ich konnte seinen Zustand sofort begreifen...


Ostsee: Kreuzfahrtschiff im Schärengarten bei Stockholm


PS. Gestern Abend, der voll besetzte Schnellzug fuhr langsam in den Bahnhof ein, hörte ich, wie jemand seiner Begleitung wünschte: "Tschüss und gute Auffahrt!"

PPS. Nehmt das bitte nicht wörtlich... ;)




Teures Getränk!

23.05.2017


Heute eine kurze Antwort auf den gestrigen Blogbeitrag!
Deutsche Lesende haben in ihren Kommentaren erstaunt zur Kenntnis genommen,
wie  (horrend) hoch die Kaffeepreise hier sind.
Ich habe beim Lesen genickt.
Weil es stimmt!
Eine Tasse Kaffee oder Cappuccino
kostet in einem städtischen Café mit Bedienung tatsächlich 5 Franken.
Im Strassencafé am Rhein kann es durchaus noch mehr sein.
Dafür ist die Sicht auf den vorbeiströmenden Fluss wunderschön.
Und die ist im Preis inbegriffen... ;)





PS. Im Ernst jetzt, falls einmal ein Aufenthalt in Basel geplant ist: Es gibt auch hier günstigen Kaffee!
PPS. Man muss einfach wissen, wo!
PPPS. Deshalb zum Schluss Hausfrau Hannas Tipp: 
Im Restaurant des Kleinbasler Warenhauses 'Manor' gibt es sehr guten, aromatischen Kaffee: Die Tasse für SFr. 3.70 :)

Überzeugend erklärt

22.05.2017


Letzte Woche auf dem Bahnhofsplatz.
Ich warte auf das Tram.
Der ältere Mann kommt direkt auf mich zu und spricht mich freundlich an:
"Hätten Sie mir vielleicht 4 Franken 20 für einen Kaffee?
Ich möchte gern einen trinken und habe nur eine kleine AHV."
Wo er denn seinen Kaffee jeweils trinke, frage ich ihn.
"Ich gehe immer zu McDonald's, da kostet er genau 4 Franken 20."
Die Antwort überzeugt mich.
Ich greife nach dem Portemonnaie.



Jeder Tag ist ein neuer Tag!

20.05.2017



Darin ist ein schwedischer Musiker mit kurdischen Wurzeln.
Seine Eltern flüchteten in den Achtzigerjahren aus dem Irak nach Schweden.
Schon als Jugendlicher schrieb er seine ersten Songs.
Vor knapp zwei Jahren begann er, auf  Schwedisch zu texten. Und  zu singen.

Sein neustes Lied heisst "Ja må du leva idag - Mögest du leben heute!"





PS. Ganz anders tönt die akustische Version, die er nach dem Anschlag in Stockholm sang. Sie weckt so viele Gefühle... Hier!

PPS. Ich mag Darin. Am 2.Juni wird er übrigens 30 Jahre alt.


"Denn wenn du die Augen schliesst, ist alles klar.
Sag mir, was du siehst, wenn du dich selbst siehst!
Kannst du etwas vermissen, was du bereits hast?
Einen Atemzug lang, die Zeit, die du zur Verfügung hast.
Ja, mögest du leben heute:
Jeder Tag, jeder Tag ist ein neuer Tag!

So heb dein Glas, denn jetzt ist alles, wie es sein soll!"

(Übersetzungsversuch von Hausfrau Hanna)

Unerreichbar für die Sorgen!

19.05.2017





"Wenn ich schrieb, war ich für alle Sorgen unerreichbar."



Margareta Strömstedt




Es muss nicht zwingend das Schreiben sein.
Unerreichbarkeit kann auch beim Stricken, Hobeln, Gärtnern, Malen geschehen.
Oder jeder andern Tätigkeit, bei der  'man' sich ganz einlässt.
Für eine Weile...

Varmt tack, Astrid!


Landsprache!

17.05.2017


Am vergangenen Samstag am Bauernmarkt im kleinen Dorf.
Eine gut gelaunte Frau, das weisse Haar hochgesteckt, spricht Hausmann Hanna mit seinem Namen an.
Dieser schaut etwas ratlos drein und versucht sich zu erinnern.
Nun streicht sich die Frau mit der Hand über die Haare und sagt in ihrem breiten Landdialekt:
"Kei Wunder, kennsch mi nümm! S'hett mir uff ä Giebel gschneit..."




PS. Die Sprache gehört ebenfalls mit dazu, damit ein Dorf lebendig ist. Und lebendig bleibt...;)








Für ein lebendiges Dorf!

16.05.2017


Am Samstag.
Im kleinen Bauerndorf, in dem ich mich jeweils im Hochsommer aufhalte,
fand der alljährliche Frühlingsmarkt statt -
ein richtig feiner und weitherum beliebter Bauernmarkt mit regionalen Produkten,
Ständen mit Handwerkskunst,
 Esslokalen, Spielangeboten für die Kinder, Live-Musik.
Und einem Wettbewerb, bei dem eigene Gedanken gefragt waren:



PS. Selbstverständlich machte ich mit und schrieb dies hier auf den Zettel:


a) einen Laden
b) eine Beiz
c) viele Vereine
d) wenige/r Autos


Jeder Tag ein Muttertag!

14.05.2017


In Schweden ist der Muttertag später als bei uns: Immer am letzten Sonntag im Mai.
Solche Bilder jedoch gehören das ganze Jahr (und nicht nur am Muttertag)  zum Alltag:
Mütter in Elternzeit, die sich in grösseren oder kleineren Gruppen zusammenfinden und in ordentlichen Zweierreihen mit den Kinderwagen spazierengehen und  sich dabei unterhalten,

"Länge leve mammagruppen! Lang lebe die Mamagruppe!"


Mammagrupp i Stockholm 


PS. Dazu noch dies: Die Müttergruppen spazieren nicht nur zusammen, sie tauschen sich auch gern bei einem Kaffee Latte aus. Und weil sie dabei wenig konsumieren und das Lokal auf Stunden für andere Gäste blockieren, wird das nicht besonders gern gesehen... 

PPS. Mehr dazu in diesem Blogbeitrag von 2013!

PPPS. Ob bei Kaffee und Kuchen, einem feinen Mittagessen oder einem gemeinsamen Frühlingsspaziergang: Ich wünsche allerseits einen schönen Muttertag :)

Zwischen zwei Haltestellen (97)

13.05.2017


Gestern im Tram.
Es ist gut besetzt.
Ganz hinten hat es neben einem Mann noch einen freien Platz. Und da setze ich mich mit der Einkaufstasche hin.
Was heisst setzen?
Ich mache mich klein und schmal und klemme mich auf den  halben Sitz daneben.
Der Mann sitzt seelenruhig da. Die Hände vor dem Bauch gefaltet. Die Beine weit auseinander gestellt.
Warum sitzen Männer so da? Warum beanspruchen Männer Platz, der ihnen nicht zusteht?
Ich spüre, wie Ärger hochsteigt.
Dann mache ich reflexartig etwas, was ich noch nie gemacht habe:
Ich hebe den linken Fuss, bewege das Bein zielgerichtet zur Seite und verkleinere dem Mann den Raum.
Sofort zieht er sein rechtes Bein an.
Dann sitzt er  wieder da wie vorher. Stoisch und mit über dem Bauch gefalteten Händen.
Ich jedoch habe den ganzen Sitz für mich...



PS. Ein Bild gibt es heute nicht!


Hochzeitsfeier am Rhein

12.05.2017


Am Rhein findet pralles, buntes Leben statt.
Kürzlich etwa wurde eine Hochzeit gefeiert.
Eine Drohne filmte von Oben das Ritual,
bei dem sich die jungen Leute an den Händen fassten
und wie einen schützenden Kreis bildeten, in dessen Zentrum
(auch wenn das auf den ersten Blick nicht ganz ersichtlich war)
das Brautpaar stand.
Eine Braut muss nicht immer weiss tragen.
Es reichen auch Jeans.





Ein Fotograf war ebenfalls mit dabei:




PS. Für die Erinnerungsbilder im Album :)

Nichtstun erquickt

11.05.2017



'Und dann muss man ja auch noch Zeit haben,
einfach dazusitzen und vor sich hin zu schauen.'


Astrid Lindgren
Tagebuch





PS. Und besonders schön ist das zu zweit am Rhein... :)





Let's skate in the City!

10.05.2017


Vorgestern Sonntag.
Etwas ist anders als an andern Tagen.
Der Zugang hinunter zum Rhein ist aufwändiger als sonst.
Die Fussgängerzone in der Kleinbasler Altstadt ist abgesperrt
wegen der ersten Etappe der Swiss Skate Tour:



Kaum ist das erste Bild geschossen...
... macht es "Ssssssssssssssssssssst!" -
und ein Pulk Inlineskater rollt vorbei.
Das Tempo ist schwindelerregend hoch.
Und ein  kleines Mädchen fragt: "Papi, haben die Batterien?"


PS. Das Haus in der Rheingasse mit der Nummer 51 heisst übrigens 'zur Meerenge' :)